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Symrise bedient alle wichtigen Märkte rund um den Globus, um das Wachstum des Unternehmens ­voranzutreiben. Ein Beispiel: die Region Asien-Pazifik. In das regionale Headquarter in Singapur investiert Symrise nun rund 30 Mio. €. Auch in den verschiedenen Ländern in der Region setzt das Unternehmen auf Expansion, moderne Produktionstechnologien und tiefe Kenntnisse der Verbraucherwünsche, wie ein Einblick in den am schnellsten wachsenden Schwellenmarkt China zeigt.

Die Pläne, die Mathys Boeren vor sich auf dem Tisch ausbreitet, sehen vielversprechend aus. Auf den Skizzen sind zwei schwarzweiße, hochmoderne Gebäude an der Pandan Loop zu sehen – einer langen Straße in einem Industriegebiet von Singapur. „Wir wollen mit diesem Projekt unseren Standort entscheidend nach vorne bringen: Durch einen gezielten Ausbau, der unser regionales Headquarters für Asien auf eine neue Stufe hebt“, sagt der Chemieingenieur, der bei Symrise Singapur als Senior Vice President für Strategie, Innovation und Marketing im Geschäftsbereich Flavor & Nutrition zuständig ist.

„Wir bringen unsere beiden Geschäftsbereiche noch enger zusammen, indem wir dafür die räumlichen Bedingungen verbessern“, ergänzt Norbert Braun, der als Vice President die Felder Innovation und Technologie für den Geschäftsbereich Scent & Care leitet und gemeinsam mit Mathys Boeren das 30 Millionen Euro-Projekt verantwortet. „Als einer der Marktführer in un­serer Branche wollen wir stetig besser werden. Außerdem präsentieren wir uns nicht zuletzt als attraktiver und umweltbe­wusster Arbeitgeber.“

Gute Gründe für den Standort

In Singapur, wo Symrise mehr als 550 Mitarbeiter beschäftigt, entsteht ein Zentrum, von wo aus mit deutlich verbesserter Infrastruktur das Geschäft im asiatisch-pazifischen Raum geführt wird. Für den Standort sprechen viele Gründe. Symrise ist dort seit 1979 vertreten und findet große Unterstützung – etwa beim Singapore Economic Development Board, das Firmen bei ihren Investitionen unterstützt. „Außerdem leben hier viele englischsprechende Menschen mit guter Ausbildung, die aus verschiedenen asiatischen Ländern kommen und deswegen tiefe Einblicke in die vielfältigen Kulturen haben“, sagt Norbert Braun. Das ist auch deswegen wichtig, weil Symrise immer auf der Suche nach Talenten ist. Wobei sich das Unternehmen in Singapur auf sehr erfahrene und loyale Beschäftigte stützen kann. „Unsere Mitarbeiter sind zum Teil schon 25 Jahre bei uns. Sie sind sehr ehr­geizig – und deswegen müssen wir ihnen im starken Wettbewerb mit den vielen multinationalen Firmen in einer Stadt immer wieder spannende Projekte und gute Arbeitsbedingungen bieten.“

Dazu gehört zum Beispiel, die Büros und Labore mit Licht zu ­füllen sowie die Arbeitsplatzanordnung zu verbessern, erklärt ­Mathys Boeren die Planung und deutet auf einen Ausschnitt auf der Zeichnung. „Wir wollen eine angenehme Arbeitsatmo­sphäre schaffen, die die Mitarbeiter inspiriert und motiviert.“ Die Planer müssen mit Temperaturen von täglich bis zu 35 Grad Celsius und einer extremen tropischen Luftfeuchtigkeit umgehen. Die Herausforderung ist nicht gering. „Die Kühlung ist sehr energieintensiv, sodass wir zum Beispiel doppelte Verglasung und Folien auf den Fenstern einsetzen, um den Stromverbrauch und damit den CO2-Ausstoß zu verringern.“

Gleichzeitig wendet Symrise moderne Lichtlösungen an, um für genügend Helligkeit zu sorgen. Die Luftqualität wird ebenfalls ­optimiert, um eine Kontamination der Gerüche aus den verschiedenen Laboren zu vermeiden. Außerdem entsteht durch die Aufstockung der Gebäude deutlich mehr Platz. Das ist auch nötig: „Wir haben in den vergangenen vier Jahren die Mitarbeiterzahl um 30 % gesteigert und sie wird auch in den kommenden Jahren weiter nach oben gehen“, sagt Boeren.

Die Mittelklasse wächst

„Wir investieren in der Region so stark, weil sie einer unserer Hauptmärkte ist“, erläutert Norbert Braun. Rund 60 % der Welt­bevölkerung leben hier – und die Mittelklasse wird zusehends größer. Sie fordert etwa bei Lebensmitteln immer mehr Halb­fertig- und Fertigprodukte, in denen Symrise Aromen stecken, oder auch Haushalts- und Körperpflegeprodukte, die auf Symrise Düfte setzen. „Rund 300 Millionen mehr Chinesen zum Beispiel werden in den kommenden vier, fünf Jahren so viel verdienen, dass sie sich viele dieser Produkte leisten können und wollen.“

Ein weiterer Grund, der ebenfalls für starkes Wachstum sorgt: „Die multinationalen Konzerne, die zu unseren großen Kunden zählen, bewegen sich immer weiter in die Region. Außerdem gibt es viele regionale und lokale Firmen, die wir mit unseren Produkten bedienen. Langfristig soll sich unser Geschäft zu jeweils rund einem Drittel auf diese drei Kundengruppen verteilen“, sagt Mathys Boeren. „Wenn sie neue Produkte entwickeln, müssen wir nah dran sein. Dafür müssen wir den Markt kennen, Verbraucher und Marken verstehen und die Wünsche unserer Auftraggeber direkt beantworten können.“ Das gilt für beide Geschäftsbereiche gleichermaßen.

31 Jahre Erfahrung: Symrise in China

Wie höchst unterschiedlich die Märkte, Kunden und Produktwelten in Asien sind, zeigt auch der Blick 3.800 Kilometer Richtung Norden. Das China Creative Center von Symrise für den Bereich Scent & Care sitzt in Shanghai. Das Unternehmen ist seit 1982 in China vertreten – als erster internationaler Hersteller von Duftstoffen auf dem dortigen Festland. 250 Menschen sind in beiden Geschäftsbereichen an vier Standorten beschäftigt.

Jeff Yao und sein Team arbeiten auf drei Etagen und 1.700 Qua­dratmetern in einem umgebauten Stahlwerk im Red Town-Viertel, einem ehemaligen Gewerbe- und Industriegebiet. Heute reihen sich dort Galerien an Clubs, Restaurants an extravagante Läden. „Die Stimmung hier ist sehr kreativ, Menschen aus vielen Ländern leben hier“, beschreibt der Vice President Scent & Care den Standort mitten in Shanghai. Yao ist für Nordostasien ­zuständig – und damit auch für den riesigen Markt im einwohnerstärksten Land der Welt.

Um jeweils 10 % ist das Geschäft in den vergangenen Jahren gewachsen, wobei es falsch wäre, von einem einzigen Markt zu sprechen. „Die Vorlieben der Konsumenten in China sind sehr vielfältig, so dass wir die Regionen jeweils unterschiedlich bedienen müssen“, sagt Yao. Im ganzen Land wächst eine neue Mittelklasse heran – mit ganz unterschiedlichen regionalen Kulturen und auch Duftvorlieben. „Zum Beispiel mögen die Nordchinesen gerne sehr starke, natürliche Düfte, während die Südchinesen eher leichte Gerüche lieben, die gerne aber auch der Fantasie entspringen dürfen.“

Zwei unterschiedliche Vertriebswege

Auch die Unternehmen, die Symrise beliefert, unterscheiden sich stark. Der Trend geht aber auch hier zur Globalisierung. „Die internationalen Firmen kaufen viele einheimische Marken auf und ersetzen sie durch ihre eigenen“, erklärt Jeff Yao. „Der traditio­nelle Vertrieb, der über mehrere Stufen bis hin zu den Millionen kleinster Dorfläden organisiert ist, besteht aber weiterhin.“ Um weiter stark zu wachsen erforscht das Unternehmen daher die Konsumentenwünsche sehr genau. „Wir bringen in unserem Zentrum für Verbraucherforschung, dem globalen Navigator Center für Symrise, verschiedene Instrumente der Marktforschung zusammen, um Trends erkennen zu können.“

Das Wissen ist da – und die Umsetzung erfolgt mit stetig verbesserten Technologien. „Für Scent & Care bauen wir unsere Produktion von Parfümölen aus. Und auch der Umweltaspekt wird in China immer wichtiger“, erklärt Yao. Bis Ende 2014 wird in der Produktion in Shanghai eine Anlage für regenerative thermische Oxidation installiert, um die Geruchsbildung zu minimieren. „Das ist ein weiteres Beispiel für unser nachhaltiges Wirtschaften - und es ist gut für unsere Mitarbeiter, die Umwelt und die Menschen in der Umgebung.“

10%

Um jeweils 10 % ist das Geschäft in China in den vergangenen Jahren gewachsen. Symrise beliefert hier internationale Konzerne sowie auch lokale und regionale Kunden.

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