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Herr Dr. Bertram, Symrise feierte im Jahr 2013 sein zehnjähriges Bestehen. Welche Aktivitäten aus diesen zwölf Monaten sind Ihnen besonders im Ge­dächtnis geblieben?

Zunächst einmal: Wir haben in den vergangenen zehn Jahren viel in­vestiert, in allen wichtigen Regionen und Märkten – sowohl in Forschung und Entwicklung, ­Produktionen und Vertriebskanäle, aber auch in Nachhaltigkeit und unsere Mitarbeiter. Stellvertretend dafür nenne ich aus dem vergangenen Jahr unsere beiden neuen Forschungs- und Entwicklungszentren in Brasilien und hier in Holzminden, wo wir auch die Produktion unseres größten Einzelprodukts Menthol ausgebaut haben. Nachdem wir im Jahr 2012 den Deutschen Nachhaltigkeitspreis gewonnen haben, sind wir 2013 als Green Company zertifiziert worden – für die Produktionsprozesse, aber auch für Be­reiche wie Arbeitssicherheit oder Umweltschutz. Und wir haben noch stärker das Thema Personalpolitik in den Fokus gerückt, wenn es etwa um die Förderung von Frauen oder um Arbeitszeitmodelle für alle Mitarbeiter geht.

Wie bewerten Sie das Geschäftsjahr 2013 insgesamt?

Sehr gut, wir haben wieder Rekordwerte erreicht. Beim Umsatz haben wir um 6 % auf 1.830 Mio. € zugelegt und eine EBITDA-Marge von 20,4 % erzielt. Seit dem Börsengang 2006 sind wir kontinuierlich gewachsen. Dabei standen weiterhin die drei Säulen unserer Geschäftsstrategie im Fokus: Das Wachstum – wir generieren mit internationalen, regionalen und lokalen Kunden und zunehmend in den Emerging Markets Umsatz. Die Effizienz – bei der es darum geht, Prozesse nachhaltig zu verbessern. Und unser Portfolio – das wir gezielt schärfen und in vielversprechenden Feldern auch mit Akquisitionen und Partnerschaften stärken.

Wie wichtig ist ein stetiges Wachstum für Symrise?

Schon seit Jahren wachsen wir organisch. Das unterfüttern wir durch Investitionen: In Brasilien haben wir ein neues Entwicklungszentrum gebaut, um damit einen der größten Parfümeriemärkte zu erschließen. In China sind wir seit 30 Jahren tätig, wachsen dort überproportional und bauen unsere Kapazitäten weiter aus. Zugleich planen wir ein neues regionales Center in Singapur. Und in Madagaskar nehmen wir 2014 die neue Produktion für die Vanilleextraktion in Betrieb.

Investieren Sie auch am Stammsitz in Holzminden?

Ja, der Standort bildet auch weiterhin unseren Kern. Wir haben hier neben der Mentholproduktion in die Konsolidierung unseres Mischbetriebes für Aromen in­ves­tiert, was Kosten einspart und Effizienz fördert. Wir eröffnen im Jahr 2014 eine Extraktion, die uns hilft, mehr natürliche Aromastoffe aus Früchten, Gemüsen und Ge­würzen aus aller Welt zu gewinnen. In Sachen Energieeffizienz engagieren wir uns ebenfalls: Aktuell planen wir ein neues Kraftwerk, das unsere Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen merklich reduzieren soll.

Wenn wir auf das Portfolio schauen: Wo soll es damit hingehen?

Wir haben in den vergangenen Jahren in hohem Maße den Markt und die Kunden beleuchtet. Entwicklungen wie der demographische Wandel und der Trend zu mehr Gesundheit, Natürlichkeit und Nachhaltigkeit beeinflussen unser Geschäft. Neben unseren traditionellen Bereichen engagieren wir uns stärker etwa bei den Themen Life Essentials, Consumer Health und Aroma Molecules, die unsere Wettbewerber so nicht im Portfolio haben. Symrise bietet beste Voraussetzungen dafür: Wir können die Synergien unserer beiden Geschäftsbereiche Scent & Care und Flavor & Nutrition nutzen. Durch die Akquisition des Unterneh­mens Belmay in den USA haben wir im Bereich Duft unsere Produkt- und Kundenbasis vergrößert, mit der Beteiligung an der schwedischen Probi uns Know-how bei Probiotika gesichert.

Für das Jahr 2020 haben Sie schon jetzt sehr konkrete Unternehmensziele gesetzt. Warum betrachten Sie einen so langen Zeitraum?

Als börsennotiertes Unternehmen berichten wir zwar quartalsweise, formulieren unsere Strategie aber für ­langfristige Ziele aus. Wir wollen unseren Unter­neh­menswert kontinuierlich weiter aufbauen und gleich­zeitig alle Stakeholder berücksichtigen. Deswegen ­haben wir unsere Kennzahlen auf das Jahr 2020 aus­gerichtet. Dabei ­verschmelzen wir zugleich noch enger unsere Unternehmens- mit unserer Nachhal­tigkeitsstrategie.

Dazu gehört zum Beispiel eine ­EBITDA-Marge zwischen 19 und 22 %. Wie kommt diese Zahl zustande?

Wir orientieren uns damit an der branchenüblichen Marge plus einem Zuschlag. Den Korridor haben wir gesetzt, um bestimmte Unsicherheiten abzufedern. Zum Beispiel die Rohstoffpreise, die jährlich schwanken und für uns mit 40 % des Umsatzes der größte Posten auf der Ausgabenseite sind – zumal der Trend zu natürlichen Rohstoffen aus erneuerbaren Quellen geht, die im Einkauf teurer sind. Um dem zu begegnen, produzieren wir immer mehr in den großen Märkten und kaufen vor Ort ein. Zudem streben wir eine höhere Rückwärtsintegration bei den wichtigsten Schlüsselrohstoffen an. Auch das ist eines der wichtigen Ziele für 2020.

„Wir sind bestens aufgestellt, um das Geschäft in den Kernsegmenten und Wachstumsregionen weiter auszubauen. Das Erreichen unserer gesteckten Ziele sehen wir als Bestätigung unserer bewährten Strategie.“

Agenda 2020


Symrise denkt und agiert wirtschaftlich und nachhaltig zugleich. Die Unternehmensstrategie ist auf ­lang­­fristige Ziele ausgerichtet. Unter dem Titel „Agenda 2020“ hat Symrise zusammengefasst, was in den kommenden ­Jahren weltweit, in allen Regionen und Märkten, das wirtschaftliche Handeln bestimmen wird.

Symrise will bis zum Jahr 2020 den Gesamtumsatz um mehr als 1 Mrd. € steigern, auf dann 2,7 bis 2,8 Mrd. €. Die Wachstumsrate soll pro Jahr ­dementsprechend zwischen 5 und 7 % liegen. Gleichzeitig soll das EBITDA auf mehr als 500 Mio. € erhöht werden. Das entspricht einer jährlichen EBITDA-Marge zwischen 19 und 22 %.

Wachsen möchte Symrise mit einem klaren Schwerpunkt: In den aufstrebenden Märkten wie China und Indien, in Osteuropa oder Lateinamerika sollen in Zukunft zwei Drittel des Umsatzes erzielt werden. Zugleich wird das Unternehmen das Kundenportfolio robust aufstellen: Jeweils ein Drittel der Geschäfte soll mit globalen, regionalen und lokalen Kunden getätigt werden.

Für die sichere, nachhaltige und qualitativ hochwertige Versorgung mit Rohstoffen hat sich Symrise bis zum Jahr 2020 ebenfalls Ziele gesteckt. Die wichtigsten zehn bis zwölf Naturstoffe – zum Beispiel Vanille, Orange, Nelke, Lavendel, Eukalyptus oder Zwiebel – sollen zu 100 % aus nachhaltigen Quellen stammen. Um die Verfügbarkeit der Rohstoffe und damit die Grundlage für die Produktion zu sichern, soll die Rückwärtsintegration ausgebaut werden. Sie wird auf einen Anteil von 40 % steigen.

Symrise forscht seit Jahren an neuen Produkten und Technologien, die das Wachstum unterstützen. Einen besonderen Fokus wird das Unternehmen auch weiterhin auf Innovationen legen – zum Beispiel auf die Zukunftsfelder Life Essentials und Consumer Health, die Symrise auch durch seine organisatorische Aufstellung mit den beiden Geschäftsbereichen Scent & Care sowie Flavor & Nutrition besonders gut bedienen kann.

Seit Jahren engagiert sich Symrise für ein ökologischeres und damit nachhaltigeres ­Wirtschaften. Immer mehr Fertigungen, Gebäude und auch einzelne Prozesse werden energie­effizient neu geplant oder umgebaut, damit der Strom-, Dampf- und Wärme­verbrauch sowie die Reststoffmengen reduziert werden können. Das Unternehmen will so den CO2-Fußabdruck seiner Produkte bis zum Jahr 2020 um 33 % senken.



Mit unserem neuen Forschungszentrum
wollen wir unsere Expertise in Forschung und Entwicklung stärken, die die Basis für unsere Wettbewerbsfähigkeit und unser beschleunigtes Wachstum darstellt. Besonderer Fokus liegt dabei auf der Erforschung funktionaler Inhaltstoffe für gesunde Ernährung und bewusste Körperpflege.

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